Geschichte von Ottensheim

Die Lage an der Donau und an der wichtigsten Handelsstraße ins „Böhmische” begünstigte die Besiedelung im Raum Ottensheim. Bodenfunde verweisen darauf, dass in der Gegend an Donau und Rodl bereits vor 4000 Jahren Menschen lebten. Bei Grabungsarbeiten während des Zweiten Weltkriegs wurde ein aus der Hallstattzeit stammendes Gräberfeld entdeckt (um 700 v. Chr.). 777 schenkte Herzog Tassilo dem neugegründeten Benediktinerkloster Kremsmünster drei Weingärten, drei Weinhauer und zwei Bienenzüchter an den Ufern der Rodl. 1148 wird Ottensheim als „Oteneshaim” in einer Schenkungsurkunde des Klosters Niederaltaich erstmals urkundlich erwähnt. Der Name Ottensheim soll von den Namen Otin oder Otwin abgeleitet worden sein. Er wird aber auch mit jenem Ottini, der 827 am Puchenauer Taiding teilnahm, in Verbindung gebracht. 1228 erhielt Ottensheim (nach Linz und Enns) vom Babenberger Herzog Leopold VI. das Marktrecht. Ottensheim ist damit der älteste Markt des Mühlviertels. Während der Reformationszeit und in den nachfolgenden Jahrhunderten war Ottensheim durch das Geschlecht der Jörger Hochburg der protestantischen Ständebewegung gegen Kaiser und Kirche. Mehrmals wurde der Ort von schweren Hochwässern heimgesucht (1501, 1954), mehrmals wüteten schwere Brände. Beim großen Marktbrand von 1899 wurden von 168 Häusern 130 zerstört. Von 1945 bis 1955 gehörte Ottensheim wie auch das übrige Mühlviertel zur sowjetischen Besatzungszone.

Historisches Ottensheim